Unser Rückblick zum HR BarCamp 2018

Was treibt Personalverantwortliche in Deutschland gerade um? Wo drückt der Schuh? Wer zum HR BarCamp geht, bekommt ein gutes Gefühl dafür – das Event zeigt sich einmal mehr als Seismograf der Szene. Zum siebten Mal kamen rund 200 Personalverantwortliche, HR-Dienstleister und sonstige Interessierte in Berlin zusammen, um zu „barcampen“. Was das heißt? In erster Linie offener Austausch, Diskussion und Eigeninitiative. Was es nicht heißt? Frontalvorträge von Experten und ein Publikum, das zum Zuhören verdonnert wird. Beim HR BarCamp bestimmen die Teilnehmer die Agenda nämlich selbst, und das sehr engagiert.

Ehrlicher Austausch statt Schaulaufen

Mehr als 40 Themenvorschläge werden am ersten BarCamp-Morgen eingereicht – die Schlange der Teilnehmer, die sich anstellen, um mit einem kurzen Statement für ihre  „Session“ zu werben, ist eindrucksvoll lang. Hinter Stuhlreihen verstecken will sich hier keiner, die Atmosphäre ist entspannt – auch weil alle sich duzen. Man merkt schnell – es geht nicht um Schaulaufen, sondern um ehrlichen Austausch, nicht um Hochglanz, sondern um Tacheles.

Die Sessionvorschläge werden live mitgetippt. Auf unserem Foto zugegebenermaßen nicht gut lesbar, aber zumindest bekommt man einen Eindruck.

 

 

 

 

Themen: Von A wie Agilität bis Z wie Zukunft der HR-Abteilungen

Die Bandbreite der Themen ist groß: Sessions mit Titeln wie „Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz“, „Digitalisierung beginnt im Kopf der Mitarbeiter“, „Bots und Automatisierung in HR“ oder auch „Smart HR – Apps, Tools, Software“ drehen sich um die Digitalisierung der Personalarbeit und stoßen auf großes Interesse. Im Fokus vieler anderer Sessions steht wie schon in den letzten Jahren das Thema Recruiting – ein Thema, das Personaler zunehmend herausfordert. Sessions wie „Wie man die Azubi-Bombe mit Videobewerbungen entschärft“, „Leere am Arbeitsmarkt – wenn Headhunter nicht liefern“ , „Candidate Communications interrupted“  oder unsere Session „Vorstellungsgespräch – Blind Date oder Treffen unter Freunden?“ befassen sich daher aus verschiedenen Blickwinkeln mit der Frage, wie Unternehmen schnell passende Bewerber finden.

Der Session-Plan ist fertig gestellt. Es laufen immer 6 Sessions parallel. Da fällt es oft schwer, sich für ein Thema zu entscheiden.

Die Rolle von HR – ein Dauerbrenner

Neben den starken Themen Recruiting und Digitalisierung, oder der Kombination von beiden, schaffen es aber auch viele andere spannende Themen auf die Agenda, z.B. Sessions zum Thema „Datenschutz in HR“, zum Thema Führung und auch Diskussionen, in denen es um Rolle und Arbeitsweisen von HR  geht, u.a. „Brauchen wir 360 Grad Recruiter?“ oder auch „Mythos Agilität in HR“. Und auch der „Cultural Fit“ – im letzten Jahr ein zentraler Aspekt vieler Themen – wird immer wieder angesprochen, nicht zuletzt in der Session „Cultural Anti Fit“. Die bewusste Negativbetrachtung des Themas bringt so einige Aha-Effekte.

Was – zumindest subjektiv betrachtet – kaum oder nur wenig vorkam? New Work-Themen und Active Sourcing – das war im letzten Jahr noch präsenter.

Kollegialer Austausch, aber keine oberlehrerhaften Lektionen

Es würde hier den Rahmen sprengen, Details und Ergebnisse einzelner Sessions auszuformulieren – vor allem, da nicht alle Themenrunden wirklich fassbare Ergebnisse brachten. Das ist allerdings kein Kritikpunkt. Ganz im Gegenteil: Das HR BarCamp lebt von der Diskussion, bei der es nun einmal nicht immer die EINE richtige Lösung gibt. Wichtiger als ein eindeutiges Ergebnis ist oftmals der ehrliche Austausch – tatsächlich gibt es wenige Veranstaltungsformate, bei denen so viele Teilnehmer ihre Scheu ablegen und sich aktiv einbringen. Und oft hilft es ja schon, zu erfahren, wie andere mit einer bestimmten Situation umgegangen sind oder aber, dass andere mit genau denselben Herausforderungen zu kämpfen haben wie man selbst.

Fazit: Beim HR BarCamp wurden erneut viele spannende Fragen sehr lebhaft, offen und auch selbstkritisch diskutiert. Für Personaler und HR-Interessierte, die sich aktiv austauschen und inspirieren lassen wollen, auf jeden Fall empfehlenswert.

Hier geht’s zu unserem Rückblick auf das HR BarCamp vom letzten Jahr.

Und hier zum unterhaltsamen Twitter-Rückblick von den Arbeitgebermarkenfreunden