Was Kandidaten im Recruitingprozess von Ihnen erwarten (Teil I)

Den roten Teppich müssen Sie nicht gleich ausrollen, aber um Ihre Bewerber bemühen sollten Sie sich schon.

Es gibt unzählige Ratgeber-Seiten mit Bewerbungstipps für Kandidaten. Heute drehen wir den Spieß mal um: Was sollten Unternehmensvertreter bereits im Bewerbungsprozess beachten, um bei Kandidaten zu punkten? Was erwarten Bewerber heute?

Personalmarketing bedeutet, dass Sie sich beim Bewerber bewerben

Fach- und Führungskräfte legen zunehmend hohe Maßstäbe an den Bewerbungsprozess an. Mehr als 80 Prozent der 14.000 Befragten der jüngsten StepStone Trendstudie 2016 würden ein inhaltlich passendes Jobangebot ablehnen, wenn sie sich nicht mit dem Arbeitgeber identifizieren können. Halten Sie einen Moment inne und überlegen Sie sich, was das konkret bedeutet. Angenommen, Sie haben vier Bewerber eingeladen, die alle Voraussetzungen Ihrer Vakanz erfüllen. Fachlich passt alles. Und doch würden Sie von mindestens drei Kandidaten eine Absage bekommen, falls Sie und/oder Ihr Unternehmen ihnen unsympathisch sind oder sie sich im Bewerbungsprozess aus irgendwelchen Gründen nicht wohlgefühlt haben.

Neben dem persönlichen Kontakt, der jederzeit von Wertschätzung geprägt sein sollte, spielt Ihr Auftreten als Arbeitgeber für Kandidaten schon im Vorfeld eine Rolle: Präsentieren Sie Ihr Unternehmen z.B. mit echten (!) Mitarbeitergeschichten oder Videos und zeigen Sie in Stellenanzeigen und auf Ihrer Website ein klares Profil. Wofür stehen Sie als Unternehmen? Was verbindet alle Ihre Mitarbeiter? Was macht sie einzigartig? Warum sollte der Bewerber sich ausgerechnet für Sie als Arbeitgeber entscheiden? Erleichtern Sie es (potenziellen) Kandidaten herauszufinden, ob sie zum Unternehmen passen oder ob sich eine Bewerbung bei Ihnen lohnt. Haben Sie keine Angst davor, Bewerber abzuschrecken. Wer sich nicht bewirbt, weil Sie die Wahrheit sagen, wäre sowieso nicht glücklich bei Ihnen geworden. Bedenken Sie: Viel wichtiger als möglichst viele Bewerber sind möglichst passende Bewerber.

Stellenanzeigen: Je konkreter, desto besser

Unsere Trendstudie zeigt auch: Unprofessionell erscheinende Webauftritte und unpräzise Stellenangebote (56 %) sind die meistgenannten Gründe, warum Kandidaten sich gegen eine Bewerbung entscheiden. Mit einem ansprechenden Internetauftritt und konkreten Beschreibungen zu Unternehmenszielen und -werten können Sie Ihre Bewerbungsquote erhöhen. Eigentlich logisch, schließlich wünschen Sie sich andersrum von den Kandidaten auch möglichst aussagekräftig formulierte Unterlagen. Können Sie sich unter den sehr allgemeinen und floskelhaften Angaben eines Bewerbers nur wenig  vorstellen, ist es wahrscheinlicher, dass er auf dem Absagestapel landet, oder? Eben, andersrum gilt das genauso.

Jobsuchende wollen wissen, was Sie bei einer neuen Position wirklich erwartet. Hier liegt bei der Formulierung von Stellenanzeigen noch Potenzial: Vor allem vermissen Kandidaten Informationen zu Gehalt und Zusatzleistungen und zur konkreten Ausgestaltung der Zusammenarbeit. Und sie würden gerne Informationen zum Unternehmen aus Sicht der Mitarbeiter lesen. Jeder Zweite wünscht sich transparentere Angaben zur Arbeitszeit und Work-Life-Balance. Ergänzen Sie diese Informationen in Ihre Ausschreibung, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, wirklich passende Kandidaten zu finden. Weitere Tipps zur Formulierung von Stellenanzeigen finden Sie auch in unserem Praxis-Ratgeber Stellenanzeigen hier im Blog.

Im zweiten Teil geht es um die Erwartungen von Bewerbern im Vorstellungsgespräch. Was sollten Sie als Unternehmen im Gespräch tun, damit sich potenzielle Mitarbeiter besonders wohlfühlen? Worauf schauen Kandidaten im Gespräch besonders? Diese und weitere Fragen beantworten wir Ihnen hier in Kürze. Klicken Sie hier, wenn Sie direkt weiterlesen möchten.

Bildquelle: istockphoto.com

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2 thoughts on “Was Kandidaten im Recruitingprozess von Ihnen erwarten (Teil I)

  1. Pingback: Was Kandidaten im Recruitingprozess von Ihnen erwarten (Teil II) | REthink Recruiting

  2. CU

    Endlich mal einer, der den Kandidaten aus der Seele spricht. Je nach Gemütslage sind viele Stellenanzeige frustrierend oder schwer erheiternd. Banal, unkonkret, Floskeln oder unverständliche (interne?) Abkürzungen sind leider so häufig im Angebot. Beliebt ist auch völlig überflüssiges. Ich erinnere z.B. noch den Regionalleiter, zu dessen Aufgabe die Teilnahme an Regionalleiter-Sitzungen gehört. Wäre der geeignete Kandidat wahrscheinlich nicht auch selbst drauf gekommen. Was mich auch stört: Wenn das gebotene oder geforderte nicht zur konkreten Stelle passt. Den Manager auf einer 100T+ Stelle muss man kaum mit „subventioniertem Kantinenessen“ anlocken. Umgekehrt muss die Reinigungskraft sich eher selten als „unternehmerisch denkend“ beweisen. Ich bekenne: Beim lesen einer Anzeige frage ich mich, ob ich für ein Unternehmen, dass so eine Anzeige verfasst hat arbeiten möchte…

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