Wie sich Unternehmen nachhaltig als Arbeitgeber positionieren

477653083_nachhaltiges_employer_brandingEine eigene Arbeitgebermarke soll helfen, Unternehmen im Wettbewerb um die besten Fachkräfte attraktiv zu machen. Doch mit einzelnen Maßnahmen ist es nicht getan: Warum Unternehmen von nachhaltigem und langfristigem Employer Branding profitieren, erklärt Paula Thieme von der Deutschen Employer Branding Akademie exklusiv im Interview mit REthink.

REthink: Frau Thieme, wie hat sich das Thema Employer Branding aus Ihrer Sicht in Deutschland entwickelt?
„Employer Branding ist ein Thema, das erst in den vergangenen zehn Jahren entstanden ist. Dahinter steckt die Notwendigkeit, sich als Arbeitgeber auf einem Arbeitsmarkt abzusetzen, der immer stärker vom Arbeitnehmer dominiert wird. Die Schwierigkeit, sich in einer kleiner werdenden Erwerbsbevölkerung bekannt und attraktiv zu machen, sorgt dafür, dass sich Unternehmen zunehmend mit der Frage beschäftigen, wie sie sich ein Profil verleihen und Employer of Choice werden können.“

Warum sollte Employer Branding nachhaltig gestaltet werden?
„Gerade beim Thema Employer Branding gibt es viele neue Trends und Entwicklungen. Employer Branding ist aber nur dann nachhaltig, wenn es strategisch fundiert ist. Das Fundament der Positionierung gibt Inhalte und Zielrichtung vor und alle operativen Maßnahmen sollten koordiniert darauf einwirken. Um das Bild, das ich verankern möchte, in die Köpfe zu bekommen, muss ich auf allen Kanälen meine Botschaften konsistent und wiederholt rüberbringen. Das kann im direkten Bewerbergespräch sein, in den Stellenanzeigen, über meine Facebook-Seite, in der Meeting-Kultur im Unternehmen oder in den Firmenbroschüren.“

Wie erreichen Unternehmen eine solche nachhaltige Positionierung?
„Mit einem identitätsbasierten Ansatz: Unternehmen arbeiten die profilierenden, identifikationsstiftenden Aspekte ihrer Unternehmenskultur heraus und bündeln diese in einer Positionierung. Wichtig ist, dass es sich dabei um Themen handelt, die den Arbeitgeber zweifelsfrei und einzigartig darstellen. Nur so kann man dieses Bild klar nach innen und außen kommunizieren. Dabei lohnt es sich, authentisch zu bleiben und das Unternehmen so abzubilden, dass sich die Mitarbeiter einerseits wiederfinden und andererseits Bewerber genau sehen, für was das Unternehmen steht.“

Wie findet man diese identifikationsstiftenden Aspekte?
„Indem man sich die unternehmenseigene Kultur anschaut und überlegt, was es eigentlich ist, das die Leute bindet. Auf Grundlage dieses Identitätskerns können Unternehmen ein individuelles, geschärftes Profil erarbeiten. Mit solchen Faktoren, die eben nur genau dieses Unternehmen bieten kann, können Menschen über viele Jahre hinweg emotional gebunden werden. Zudem schaffen sie auch nachhaltige Vorteile bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter.“

Wie wird sich das Thema „nachhaltiges Employer Branding“ in Deutschland entwickeln?
„Ich sehe aktuell drei Trends: Zum einen wird Employer Branding immer koordinierter und systematischer. Unternehmen setzen Employer Brand Management immer professioneller um. Das führt zu einer zweiten Entwicklung, nämlich zur häufig neu geschaffenen Stelle des Employer Brand Managers, der die Arbeitgebermarke implementiert und kommuniziert. Und als dritten Trend sehen wir das Thema Controlling im Employer Branding: Kennzahlen und die Messbarkeit von Maßnahmen werden immer wichtiger.“

 

Bildquelle: thinkstock.org

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